Dienstag, 30. Januar 2007

Anleitung für Neurotiker!

Marianne von Allmen-Seidl schickt mir ihr neuestes Werk "Wenn der Chef ins Schwitzen kommt - was Knigge noch nicht wusste" mit dem Wunsch, ich möge es in meinem Newsletter erwähnen.

Gottseidank hat sie nicht gesagt, dass ich etwas Positives darüber sagen muss, denn das wäre ein schwieriges Unterfangen.
Die ansprechende Grafik und der Titel versprechen eine flotte Überarbeitung des alten Freiherrn von Knigge. Bei näherem Hinsehen jedoch ist es eine fantasielose Kopie der alten Verhaltensregeln, grafisch so aufgemotzt, dass man das Büchlein getrost im Vorzimmer einer Bank liegenlassen und damit ein paar Ex-Miss-Schweizen und andere D-Promis beeindrucken kann. Für alle anderen ist das Buch eine Anleitung zu Verkrampfung, äusserem Schein und Lebenslüge.

Wenn es zum Beispiel heisst "Seien Sie zurückhaltend im Du mit Kollegen", dann frage ich mich, wie unsicher diese Marianne von Allmen sein muss, wenn sie ihre "Autorität" aus dem "Sie" bezieht. Und der Ratschlag "Melden Sie sich am Telefon mit Ihrem Namen" ist so sensationell neu und revolutionär, dass ich das Buch vor Begeisterung in eine Ecke geworfen habe. Und dort bleibt es jetzt auch.

Montag, 22. Januar 2007

Das Gegenteil muss nicht zwingend richtig sein, Herr Stadler!

In diesem Weltwoche-Artikel behauptet Prof. Dr. Beda Stadler, Passivrauchen sei überhaupt nicht schädlich, sondern könne sogar vor Krebs und Parkinson schützen.

Das könnte man normalerweise mit einem Schulterzucken und der Vermutung abtun, dass da eben einer seine Profilneurose auslebt. Es gibt nur ein Problem: Dieser Mann ist Professor an der Uni Bern und Direktor des Instituts für Immunologie. Und er scheint es sich auf die Fahne geschrieben zu haben, in den Medien immer das Gegenteil zu behaupten von dem, was die grosse Masse denkt. Das kommt bei den Journalisten bekanntlich gut an, vor allem bei solchen, die glauben, das Gegenteil müsse automatisch richtig sein.

Wer den Weltwoche-Artikel liest, wird sich wundern, was für unwissenschaftlich denkende Menschen sich die Uni Bern offensichtlich leisten kann. Dem Zigarettenrauch eine gute Wirkung gegen Parkinson zuzuschreiben, nur weil dieser möglicherweise leicht dopaminerg wirkt? Herr Stadler, das kann doch nicht ihr Ernst sein! Können Sie Ihrer Profilneurose nicht anders Ausdruck verleihen? Dagegen sind ja die verbalen Entgleisungen Ihres Angestellten Clemens Dahinden bezüglich Homöopathie geradezu harmlos.

Sie outen sich als Raucher, also als Arzt, der freiwillig mehr als 1000 Toxine täglich in hohen Dosen zu sich nimmt, fordern aber in diesem Tages-Anzeiger-Artikel freien Zugang der Bevölkerung zu Tamiflu. Dabei sehen Sie doch schon aus, wie wenn Sie die Vogelgrippe zwei Mal hinter sich hätten!

So sehr ich es schätze, wenn jemand das verrückte Huhn spielt und aus der Reihe tanzt, und so sehr ich Ihre lockere Art, über Gentechnologie zu sprechen, begrüsse: Im Inselspital Bern würde ich mich auf keinen Fall behandeln lassen, solange Menschen wie Sie dort das Sagen haben. Aber das wird Ihnen vermutlich egal sein, solange Sie Ihr Ego pflegen können.

Montag, 15. Januar 2007

Doch doch, man kann sogar Ski fahren!

Doch, das Bild ist mit absoluter Garantie von heute, 15. Januar 2007. Und sowohl der Schnee wie auch Yorkie und ich sind echt!

Morgen beginnt Hypno-1c mit 24 hoffentlich hochmotivierten Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Ich freue mich riesig darauf!

Freitag, 5. Januar 2007

Ziele setzen, aber richtig!

Bevor ich morgen für den nächsten Seminarblock und ein paar erholsame Skitage nach Saanenmöser fahre, habe ich gedacht, ich könnte Euch zum Jahresanfang wieder mal die "Seven Keys to a Positive Outcome" aus dem NLP (Neurolinguistisches Programmieren) in Erinnerung rufen.

Frei übersetzt bedeutet das "Sieben Schlüssel für ein positives Resultat", und es ist eine Kurz-Anleitung für Menschen, die nicht nur Ziele setzen, sondern sie auch erreichen möchten:
http://www.hpz.com/ziele/ziele-setzen.html

Ich wünsche Euch allen viel Erfolg im 2007!

Donnerstag, 4. Januar 2007

Lieber keine Neujahrswünsche, wenn Euch nichts Besseres einfällt!




Heute erhielt ich von einer Leserin folgende E-Mail mit wohlgemeinten Neujahrswünschen. Lest dieses Elaborat zuerst einmal durch, und freut Euch dann auf meinen Kommentar am Schluss!


(Beginn Zitat)

Ihr Lieben,

angesichts dieses Textes wünsche ich Euch und uns ein 2007, in welchem das Wörtchern "mehr" nur noch vorkommt in Verbindung mit

- Gesundheit,
- Liebe,
- Muße und
- Gelassenheit.

Alles andere kommt dann von selbst.
Wann wollen wir beginnen, sinnorientiert zu leben?!

Das Paradox unserer Zeit ist: wir haben hohe Gebäude, aber eine niedrige Toleranz, breite Autobahnen, aber enge Ansichten. Wir verbrauchen mehr, aber haben weniger, machen mehr Einkäufe, aber haben weniger Freude. Wir haben größere Häuser, aber kleinere Familien, mehr Bequemlichkeit, aber weniger Zeit, mehr Ausbildung, aber weniger Vernunft, mehr Kenntnisse, aber weniger Hausverstand, mehr Experten, aber auch mehr Probleme, mehr Medizin, aber weniger Gesundheit.

Wir rauchen zu stark, wir trinken zu viel, wir geben verantwortungslos viel aus; wir lachen zu wenig, fahren zu schnell, regen uns zu schnell auf, gehen zu spät schlafen, stehen zu müde auf; wir lesen zu wenig, sehen zu viel fern, beten zu selten.

Wir haben unseren Besitz vervielfacht, aber unsere Werte reduziert. Wir sprechen zu viel, wir lieben zu selten und wir hassen zu oft.

Wir wissen, wie man seinen Lebensunterhalt verdient, aber nicht mehr, wie man lebt.

Wir haben dem Leben Jahre hinzugefügt, aber nicht den Jahren Leben. Wir kommen zum Mond, aber nicht mehr an die Tür des Nachbarn. Wir haben den Weltraum erobert, aber nicht den Raum in uns. Wir machen größere Dinge, aber nicht bessere.

Wir haben die Luft gereinigt, aber die Seelen verschmutzt. Wir können Atome spalten, aber nicht unsere Vorurteile.

Wir schreiben mehr, aber wissen weniger, wir planen mehr, aber erreichen weniger. Wir haben gelernt schnell zu sein, aber wir können nicht warten. Wir machen neue Computer, die mehr Informationen speichern und eine Unmenge Kopien produzieren, aber wir verkehren weniger miteinander.

Es ist die Zeit des schnellen Essens und der schlechten Verdauung, der großen Männer und der kleinkarierten Seelen, der leichten Profite und der schwierigen Beziehungen.

Es ist die Zeit des größeren Familieneinkommens und der Scheidungen, der schöneren Häuser und des zerstörten Zuhause.

Es ist die Zeit der schnellen Reisen, der Wegwerfwindeln und der Wegwerfmoral, der Beziehungen für eine Nacht und des Übergewichts.

Es ist die Zeit der Pillen, die alles können: sie erregen uns, sie beruhigen uns, sie töten uns.

Es ist die Zeit, in der es wichtiger ist, etwas im Schaufenster zu haben statt im Laden, wo moderne Technik einen Text wie diesen in Windeseile in die ganze Welt tragen kann, und wo sie die Wahl haben: das Leben ändern - oder den Text löschen.

Vergesst nicht, mehr Zeit denen zu schenken, die Ihr liebt, weil sie nicht immer mit Euch sein werden. Sagt ein gutes Wort denen, die Euch jetzt voll Begeisterung von unten her anschauen, weil diese kleinen Geschöpfe bald erwachsen werden und nicht mehr bei Euch sein werden. Schenkt dem Menschen neben Euch eine heiße Umarmung, denn sie ist der einzige Schatz, der von Eurem Herzen kommt und Euch nichts kostet. Sagt dem geliebten Menschen: „Ich liebe Dich" und meint es auch so. Ein Kuss und eine Umarmung, die von Herzen kommen, können alles Böse wiedergutmachen. Geht Hand in Hand und schätzt die Augenblicke, wo Ihr zusammen seid, denn eines Tages wird dieser Mensch nicht mehr neben Euch sein.

Findet Zeit Euch zu lieben, findet Zeit miteinander zu sprechen, findet Zeit, alles was Ihr zu sagen habt miteinander zu teilen, - denn das Leben wird nicht gemessen an der Anzahl der Atemzüge, sondern an der Anzahl der Augenblicke, die uns des Atems berauben.

Diesen Text schrieb George Carlin, ein US-Schauspieler und Komiker anlässlich des Todes seiner Frau.

(Ende Zitat)


Und hier mein Kommentar:

Hallo liebe Schreiberin und Super-Warnfinger-Aufstreckerin,

Wie heisst es so schön. Wahrnehmung ist Projektion.
Das Paradox unserer Zeit ist: wir haben hohe Gebäude, aber eine niedrige Toleranz,
Falsch: In meinem Umfeld nimmt die Toleranz zu.
breite Autobahnen, aber enge Ansichten.
Auch falsch.
Wir verbrauchen mehr, aber haben weniger,
Siehe Erich Fromm: Haben oder Sein. Ausserdem: Verbrauchen kurbelt die Wirtschaft an.
machen mehr Einkäufe, aber haben weniger Freude.
Ich weiss nicht, was Du einkaufst. ICH freue mich über jeden Einkauf.
mehr Bequemlichkeit, aber weniger Zeit,
Falsch. Ich habe viel Zeit.
mehr Ausbildung, aber weniger Vernunft,
Wo ist da der Zusammenhang?
mehr Kenntnisse, aber weniger Hausverstand,
Wer sagt das? Wer beweist das?
mehr Experten, aber auch mehr Probleme,
Falsch. Es ist nur so, dass durch die verbesserten Kommunikationsmöglichkeiten mehr Probleme bekannt sind. Ausserdem: Was hast Du gegen Probleme?
mehr Medizin, aber weniger Gesundheit.
Was Du nicht sagst. Möchtest Du weniger Medizin? Möchtest Du, dass die Leute wie früher an einer Lungenentzündung sterben?
Wir rauchen zu stark, wir trinken zu viel, wir geben verantwortungslos viel aus; wir lachen zu wenig, fahren zu schnell, regen uns zu schnell auf, gehen zu spät schlafen, stehen zu müde auf; wir lesen zu wenig, sehen zu viel fern, beten zu selten.
Mag sein, dass das auf Dich zutrifft. Und dadurch, dass Du es vorziehst, andere damit zu belasten anstatt das Problem zu lösen, hast Du ein Problem mehr in die Welt gesetzt (siehe oben).
Wir haben unseren Besitz vervielfacht, aber unsere Werte reduziert.
Glaube ich nicht, was mich betrifft (siehe Power-Podcast Nr. 27)
Wir sprechen zu viel,
Hast Du's jetzt doch eingesehen? ;-)
wir lieben zu selten und wir hassen zu oft.
Wir? Ich nicht.
Mir reicht's jetzt. Ich mag mich nicht weiter mit Deiner demoralisierenden Rede herumschlagen
Diesen Text schrieb George Carlin, ein US-Schauspieler und Komiker anlässlich des Todes seiner Frau.
Jetzt weiss ich auch, warum sie abgehauen ist. Einen solchen Moral-Apostel hält ja kein Mensch aus ;-)