Kürzlich traf ich einen Mann, der in den höchsten Tönen von einem Multilevel-Marketing-Business schwärmte. Das sei eine absolut narrensichere Opportunity (ja, man pflegt sich in Englisch auszudrücken), um schnell sehr wohlhabend zu werden. Wollt Ihr mal hören, welcher Dialog sich zwischen uns beiden entspann? (Ich werde die englischen Begriffe für Euch übersetzen):
Ich: Sprichst Du aus Erfahrung?
Er: Ja sicher.
Ich: Das heisst, Du bist sehr wohlhabend?
Er: Nein, noch nicht.
Ich: Woher willst Du das dann wissen?
Er: Ich habe es gesehen bei anderen.
Ich: Hast Du Einblick in deren Buchhaltung?
Er: Nein, aber ich sehe, wie sie leben.
Ich: Das hat man bei Jürgen Höller auch gesehen.
Er: Ich glaube jedenfalls fest daran, dass das geht.
Ich: Dann habe ich eine Bitte. Warte mit dem Verkünden des Glaubens, bis er bei Dir Resultate erzeugt hat.
Ich bin durchaus einverstanden, dass wir nicht alles wissen können. Und Glauben ist daher in vielen Fällen erlaubt. Aber so, wie dieser Mann sich das vorstellt, funktioniert es nicht. Das sind die Schritte, die ich durchlaufe, bevor ich meine Glaubenssätze verkünde:
- Feststellen, dass etwas mit meinen bisherigen Glaubenssätzen nicht funktioniert.
- Einen neuen Glaubenssatz formulieren, von dem ich denke, dass er besser funktioniert.
- Still und heimlich eine Zeitlang mit diesem Glaubenssatz durchs Leben gehen und schauen, ob er in meinem Leben bessere Resultate produziert.
- Den Glaubenssatz anderen mitteilen, damit sie ihn auch ausprobieren können.
Ob jeder Glaubenssatz bei jedem gleich funktioniert, ist jedoch noch lange nicht gewährleistet. Ich schaue bei jedem, der mir etwas Grösseres verkaufen will, und dazu gehören auch Glaubenssätze, ob ich in gewissen Lebensbereichen mit ihm tauschen möchte. Wenn nein, kaufe ich ihm nichts ab.