Donnerstag, 30. November 2006

Hypnose beim Zahnarzt - Power-Podcast Nr. 28 ist da!


Im Power-Podcast Nr. 28 unterhalte ich mich mit diesem sympathischen jungen Mann namens Martin Eugster (Foto links) über das Thema zahnärztliche Hypnose.

20 Minuten Podcast hören, und sowohl Würgereiz wie auch Angst vorm Zahnarzt sind auf dem Weg ins Nirwana.

Viel Spass!

P.S. Wer vom Foto (hab' ich selbst geknipst) schon genügend angetan ist, kann auch gleich auf Martins Homepage gehen: www.neue-ziele.ch und ihn buchen.

Dienstag, 28. November 2006

Bioresonanz und Radionik - wichtige Informationen

Ich werde immer wieder gefragt, was ich von Radionik und Bioresonanz halte, und ob es stimme, dass da die Scientologen die Hand im Spiel hätten. Das sind viele Fragen auf einmal:

  1. Verwende ich Radionik- und Bioresonanz-Geräte in meiner Praxis?
    Antwort: Ja, ich verwende beides, aber selten als Mono-Therapie. Meistens brauche ich solche Geräte, um Therapie-Resistenz zu knacken, damit ich anschliessend hypnotherapeutisch arbeiten kann.

  2. Habe ich Erfolg mit diesen Geräten?
    Antwort: Klar, sonst würde ich sie nicht einsetzen.

  3. Ist der Erfolg hundertprozentig garantiert.
    Antwort: Gottseidank nicht. Sonst kämen ja alle, die Heilung suchen, nur noch zu mir.

  4. Kann ich die Erfolge mit Radionik und Bioresonanz wissenschaftlich erklären?
    Antwort: Nein. Es gibt zwar immer wieder Versuche, sie mit der Neuen Physik zu erklären, aber erhärtete Theorien fehlen zunächst.

  5. Handelt es sich demnach um einen reinen Placebo-Effekt?
    Antwort: Der Placebo-Effekt ist überall beteiligt, auch in der Pharmakologie. Wer zum Beispiel ein Aspirin schluckt, spürt in der Regel nach 10 bis 30 Minuten eine Linderung der Schmerzen. Dabei entfaltet Aspirin erst nach 40 Minuten eine chemische Wirkung. Gibt man einer Probanden-Gruppe eine wirkungslose Tablette, die aussieht wie ein Aspirin, reagieren fast 50 Prozent der Gruppe so, als hätten sie Aspirin geschluckt.
    Dennoch glaube ich, dass bei Radionik und Bioresonanz mehr als nur ein Placebo-Effekt im Spiel ist. Auf die Gründe für diese Annahme will ich hier nicht eingehen. Ich bin der Meinung, dass die Wirkung dieser Verfahren irgendwo in der Interaktion zwischen Therapeut, Klient und Therapie-System liegen muss:











  6. Kann ich bestimmte Systeme empfehlen?
    Antwort: Man muss nur auf die obige Grafik blicken, um die Antwort zu erraten: Nein, es gibt keine Empfehlung. Wenn man für jeden Klienten das Richtige haben will, muss man sich mehrere Systeme anschaffen. Ich verwende in meinem Institut MARS-III, Physiotron CellCommunicator, LOGOS (Palmtop-System von Dr. med. Ullrich Glaser, D-Uffing, Telefon 08846 762), Dittmer-Radionik, Power-Radionik sowie Magnetfeld- und Bioresonanz-Systeme nach Dr. Ludwig.

  7. Muss einen die Tatsache, dass die Scientologen die ersten Bioresonanz-Systeme entwickelt haben, nicht stutzig machen?
    Antwort: Erstens haben nicht "die Scientologen" diese Systeme entwickelt, sondern es war so, dass ein paar Bioresonanz-Pioniere wie Morell, Rasche und Brügemann Scientology-Mitglieder der Thetan-Stufen waren respektive sind.
    Zweitens: Nur weil der Papst auch betet, muss Beten nichts Schlechtes sein, oder?
    Die meisten Scientologen putzen sich auch täglich die Zähne. Mache ich mich verdächtig, wenn ich das auch tue?

  8. Gibt es weiterführende Literatur?
    Antwort: Ja, und das Beste ist erst noch gratis. Allen voran eine hervorragende Abhandlung des Szenen-Kenners Hermann Grösser:
    http://www.radionik.info/artikel/report.php

    Und hier sind sämtliche Artikel, Videos und Podcasts zum Thema Radionik auf der HPZ-Homepage.
    Achtung: Ich verkaufe KEINE Geräte. Weitere Informationen müsst Ihr Euch direkt bei den Herstellern besorgen.

Montag, 27. November 2006

Gnotschi und Tschianti... die Bildungsstunde am Montagnachmittag


Also, eigentlich hätte das eine bitterböse Satire werden sollen, nachdem mir ein deutscher Kunde von seinem Traum-Auto, einem Lamborghini, vorgeschwärmt hatte. Er sagte natürlich nicht "Lamborghini", sondern "Lambortschini".

Ja, und da hätte ich jetzt eben schreiben wollen, ob es denn keinem Deutschen in den Sinn kommt, mal beim Italiener um die Ecke nachzufragen, wie man das korrekt ausspricht, und ob "una birra, por favor" wirklich korrektes Italienisch sei. Ich bin sicher, der Giovanni (sprich: Tschovanni) würde sich freuen, wenn er helfen könnte.

Aber wenn ich heute so zu meinem Bürofenster rausblicke (siehe Bild), habe ich keine Lust auf Satire. Trotzdem muss das jetzt mal raus, und deshalb nenne ich es einfach "die Bildungsstunde am Montagnachmittag".

Hier sind ein paar einfache italienische Aussprache-Regeln:

  • Ein "c" vor einem "i" oder einem "e" macht das c zu einem "tsch" (wobei das "sch" stimmlos auszusprechen ist).
    Beispiele: Ciao ("tschau"), Cefalù ("Tscheffalu", ein Badeort in Sizilien, wo die Leute sehr unfreundlich sind und das als "Stolz" bezeichnen)

  • Ein "g" vor einem "i" oder einem "e" macht das g ebenfalls zu einem "tsch" (wobei das "sch" in diesem Fall stimmhaft auszusprechen ist)
    Beispiele: Giovanni ("Tschiovanni", wobei das "sch" stimmhaft wie in "Jalousie" ausgesprochen wird)

  • Wenn zwischen einem "c" und einem "e" oder zwischen "c" und "i" ein "h" eingeschoben wird, macht das "h" das "c" zu einem weichen "k" oder einem harten"gg".
    Beispiele: Chianti ("Ggianti"), Chiasso ("Ggiasso"), Gnocchi ("Nnjoggi")

  • Wenn zwischen einem "g" und einem "e" oder zwischen "g" und "i" ein "h" eingeschoben wird, macht das "h" das "g" zu einem ganz normalen "g".
    Beispiele: Lamborghini ("Lamborgini"), Villa Borghese ("Villa Borgese")
Alles klar? Ach ja, es heisst "Signore, scusi ma sono turista", aber "Signor Berlusconi", nicht "Signore Berlusconi" und auch nicht "Señor Berlusconi", auch wenn die auf Mallorca etwas anderes behaupten. Auf Mallorca spricht man neben Deutsch ein wenig Spanisch eben, nicht Italienisch.
Und wer jetzt behauptet, ich sei ein Klugscheisser, der muss mir sagen, wie man "Sciatore d'Intelligenza" ausspricht ;-)

Freitag, 24. November 2006

Hauptsache, Schawinski ist weg!


Was für die Deutschen der Fernsehsender Neun Live, ist für die Schweizer der seit 1. März 2005 über den Äther dilettierende Sender U1-TV: Präkariats-TV at its best! Wie bitte? Was Präkariat bedeutet? Es ist ein moderneres Wort für Proletariat, beschreibt aber zusätzlich die hirnphysiologisch prekäre Situation.

Das Erfolgsrezept von U1: Man wählt für jede Sendung die am wenigsten geeignete Person oder diejenige, die am meisten für die Auftritte bezahlt. Als Nachrichten-Sprecher muss ein Jüngling mit Sprachfehler herhalten, der dem Wahn verfallen ist, er spreche ein gepflegtes Hochdeutsch (ein Wahn, der auch im staatlichen Fernsehen, z.B. bei MTW und Kulturplatz, verbreitet ist) und dessen Namen ich mir nicht merken mag, obwohl er wahrscheinlich bei U1 alt werden wird.
Für die Esoterik-Schiene muss natürlich Mike Shiva herhalten, der den 50- bis 60jährigen Frauen aus den Karten liest, welcher Lover demnächst auf der Matte steht.
Unter dem Deckmantel "Motivation" fragt Martin Betschart in artiger Manier, die im Widerspruch zu seiner pomadigen Porschefahrer-Frisur steht, Bettenverkäufer und andere Mitglieder seines VIP-Business-Clubs nach deren Erfolgsgeheimnissen.
Und der gute alte Klaus Stöhlker unterhält sich mit seinen Gästen... ja, über was eigentlich? Egal, Hauptsache, Stöhlker hat nach dem Untergang von Tele24 wieder eine nationale Platt(itüden)-Form.
Das Ganze noch aufgemischt mit ein paar Talk-Ladies, die selbst bei Drittklass-Modeschauen eine schlechte Figur machen würden, und natürlich einer deftigen Portion volksdümmlichen Schlagers.

Dass es sich bei U1 um eine Aneinanderreihung von Dauerwerbesendungen handelt, scheint unser Bundesamt für Kommunikation (Bakom) in Bern nicht zu interessieren.
Hauptsache, Schawinski ist weg!*

(*Roger Schawinski ist ein Pionier des Privat-Radios und -Fernsehens. 1979 gründete er das erste Schweizer Privatradio Radio 24, das zunächst als Piratensender vom Pizzo Groppera in Oberitalien aus sendete, ehe es, nach demonstrativer Unterstützung durch die damalige Jugendbewegung und einer breiten Öffentlichkeit 1983 in der Schweiz lizenziert wurde. Später gründete Schawinski die nationale TV-Station Tele24, die über die restriktiven Werbegesetze von Schawinskis früherem Duzfreund und späteren Erzfeind Moritz Leuenberger - als Bundesrat zuständig für Telekommunikation - stolperte und Ende 2001 den Betrieb einstellen musste. Schawinski ist heute Chef von SAT1.)

Donnerstag, 23. November 2006

Achtung: Neue E-Mail-Adresse!

Hallo Leute

Der Mailserver von hpz.com wurde jetzt schon zum zweiten Mal für irgendwelche Gaunereien missbraucht. Bitte verwendet ab sofort folgende E-Mail-Adresse, wenn Ihr mir schreiben wollt: hpz8@gmx.ch

Wer zwischen dem 21. und 23. November eine Mail geschickt und keine Antwort bekommen hat, soll es bitte nochmals unter der neuen Adresse versuchen. Vielen Dank und sorry für die Umstände. Das Internet hat viele Vorteile, aber eben auch seine Schattenseiten ;-)


Freitag, 17. November 2006

Sendung "Quer" SF DRS Freitag 17.11.2006 zum Thema Hypnose: Was für ein Affentheater!

Gibt es eigentlich ein ungeschriebenes Gesetz, das besagt, dass bei jeder Sendung über Hypnose der doofste Schulmediziner und der vertrotteltste Hypnotherapeut des Landes antreten müssen? Und muss beim Thema Hypnose selbst ein Moderator, der sonst durch viel Fingerspitzengefühl auffällt, überhaupt nichts recherchieren?

Wenn man die Sendung "Quer" heute abend gesehen hat, muss man zu diesem Schluss kommen:
Der Schulmediziner Gysin lässt durchblicken, dass nur Schulmediziner fähig sind, richtig zu handeln, ob mit oder ohne Hypnose. Der "Hypnotherapeut" René Raass spricht sich gegen Show-Hypnose aus, um gleich selbst eine durchzuführen. Seine (psychotisch wirkende) Tochter führt als Probandin die kataleptische Brücke vor, von der man weiss, dass sie auch ohne Hypnose funktioniert. Und dem Moderator Patrick Rohr kommt bei jedem dritten Wort der Begriff "esoterisch" über die Lippen. Ist klar, Herr Rohr, dass man nicht recherchieren kann, dass die meisten Ärztegesellschaften seit 1958 die Hypnose als offizielle Therapieform anerkennen, und dass es zahlreiche seriöse Studien gibt, die die medizinische Wirksamkeit von Hypnose belegen.

Patrick Rohr hat sich aufgeführt wie weiland Jürgen Fliege in seiner legendären Hypnose-Sendung (2001), der sein Publikum für noch doofer hielt als sich selbst. Na ja, ich möchte nicht in der Haut der Redaktion stecken, denn brauchbare Gäste wird sie nicht finden, wenn sie weiterhin so lausig recherchiert.

Nein, Sie müssen nicht anrufen. Ich habe schon Fliege, Arabella und Stern TV abgesagt, und ich weiss warum.

Donnerstag, 16. November 2006

Power-Podcast Nr. 27 ist online!

Nach etwas turbulenten Zeiten ist er endlich da, der nächste Power-Podcast.

In Nummer 27 mache ich mir - wie könnte es anders sein - Gedanken über das Thema "Schicksalsschläge" und was der Sinn dahinter sein könnte. Ich glaube, dass es sich lohnt, da reinzuhören. Hier ist das Verzeichnis aller HPZ-Power-Podcasts:
http://www.hpz.com/Podcasts/podcast-verzeichnis.html

Dienstag, 14. November 2006

Was tun, wenn Klient und Therapeutin sich verlieben?

Ich weiss jetzt nicht, wie ich darauf komme ;-)
Die bei mir ausgebildeten Therapeuten wissen das natürlich längst. Aber irgendwie habe ich das Bedürfnis, den anderen Therapeuten auch nochmals in Erinnerung zu rufen, was zu tun ist, wenn Klient und/oder Therapeut sich verlieben:

  1. Offen kommunizieren.
  2. Therapie sofort abbrechen.
  3. Einen Monat Funkstille vereinbaren.
  4. Wenn nach einem Monat beide das Gefühl haben, das könnte etwas werden, vereinbart man sich zu einem Date, das dann "auf gleicher Ebene" und nicht in einem Abhängigkeitsverhältnis und bei verändertem Bewusstsein (Hypnose) stattfindet.
Das schien gewissen Leuten noch nicht klar zu sein. Mich erreichen immer noch Mails von Lesern, die nicht verstehen können, dass man sich nicht verlieben darf. Man darf, aber als Therapeut hat man hier eine besondere Verantwortung.

Buchtipp: Vernetzte Intelligenz


Gelesen hatte ich schon früher über dieses Buch, zum Beispiel im Zusammenhang mit einem Skandälchen (oder muss man von einem Skandal sprechen?), an dem Bärbel Mohr, die Autorin von "Bestellungen beim Universum" beteiligt war (http://www.fosar-bludorf.com/wissen/index.htm)

Dass man das Buch auch noch lesen könnte, darauf hat mich ein genialer Arzt gebracht, der an einem meiner Seminare teilnahm.

Das Buch wirkt auf mich seriös recherchiert. Und wenn die Thesen darin sich als hieb- und stichfest erweisen sollten, dann würden sie meiner Meinung nach erklären:

  • warum man mit Gedanken heilen kann,
  • wie Radionik funktioniert,
  • warum jeder Mensch hellsichtige (hyperkommunikative) Fähigkeiten hat,
  • warum es ab und zu (psychisch gesunde) Hypnotherapie-Klienten gibt, die von Erfahrungen mit "Ausserirdischen" erzählen.
Die beiden Autoren machen zumindest von ihrer Ausbildung her keinen esoterisch abgehobenen Eindruck: Grazyna Fosar studierte Physik und Astrophysik, Franz Bludorf Mathematik und Physik. Heute sind die beiden Heilpraktiker und Hypnosetherapeuten in Berlin.

Ich teile die Meinung der Autoren, dass man alles, was ein Klient in der Trance erzählt, als seine subjektive Realität ernst nehmen und mit den Geschichten arbeiten sollte, die er einem liefert. Denn eine objektive Realität gibt es nun mal nicht, auch wenn etliche Sektenführer glauben, sie zu kennen.

Dienstag, 7. November 2006

Was ich unter "invasiver" Psychotherapie verstehe

Die Reaktionen auf meinen Schicksalsschlag, den ich mittlerweile als einen gesunden "Wachrüttler" betrachte, sind interessant.

Mehrere hundert Personen, darunter viele gut ausgebildete und seriöse Therapeuten haben ungefähr in diesem Tenor reagiert:

Wir fühlen mit Dir und sind sicher, dass
Du das Beste daraus machen und gestärkt
daraus hervorgehen wirst.
Diesen Menschen danke ich nochmals sehr herzlich. Sie haben mir geholfen, die Angelegenheit rasch zu verarbeiten.

Etwa zehn Personen lieferten ein vernichtendes Urteil. Ich kenne diese Menschen nicht und mag mir kein Urteil darüber anmassen, ob es sich dabei um eine Projektion handelt oder ob dabei die Angst im Spiel ist, selbst bei einer Lebenslüge ertappt zu werden.

Interessant und lehrreich finde ich weitere ungefähr zehn Mails (die genauen Zahlen hat meine Frau), zwei davon von "PSI-Tage-Geistheilern", in denen die Schreiber ihrer Sorge Ausdruck verleihen, dass ich denn auch wirklich "das Richtige" daraus lerne. Was "das Richtige" ist, liefern sie gleich in grösserem Umfang mit.
Das nenne ich invasive Therapie, wie ich sie leider oft in der Szene erlebe, die gewisse Sektenforscher als "den Esoterik-Sumpf" bezeichnen: Jeder will die Ereignisse im Leben der Mitmenschen deuten und ist mehr besorgt darum, dass der andere seine Lektionen lernt, als dass er sich um seine eigenen Lektionen kümmert.
Helfer-Syndrom lässt grüssen...

Dabbeljuu zum Zweiten

Ich bin von einem besorgten Leser angefragt worden, ob ich denn einen ähnlichen Brief an Hitler, Idi Amin oder Kim Jong Ill schreiben würde.

Nein, würde ich nicht. Und ich glaube auch nicht, dass man Bush mit diesen Leuten vergleichen darf. Man stelle sich vor: Idi Amin oder Kim Jong Ill als mächtigste Männer der Erde... wir würden uns George Dabbeljuu sehnlichst zurück wünschen, wenn wir es noch könnten!

Ich habe nur gemerkt, dass es im Moment "in" ist, gegen alles Amerikanische zu sein, genau so, wie es vor ein paar Jahren "in" war, alles Amerikanische völlig unkritisch zu kopieren. Ich habe gemerkt, dass ich ebenfalls auf dieser Welle mitgeritten bin. Und ich wollte mich selbst vom hohen Ross des Kritikers herunterholen, der schon glaubt, kochen zu können, nur weil er merkt, dass die Suppe versalzen ist.

Selbstverständlich dürfen wir auch dann den Koch kritisieren, wenn wir nicht selbst kochen können. Denn schliesslich hat sich der Koch seinen Job ausgesucht und muss sich auch der Kritik stellen. Aber in der Politik ist es wie beim Kochen auch: Nur weil es mir nicht schmeckt, muss es noch nicht zwingenderweise schlecht gekocht sein.

Donnerstag, 2. November 2006

Offener Brief an George W. Bush

Lieber George Dabbeljuu

Ich habe Dich in der Vergangenheit oft kritisiert. Für mich warst Du der dümmste Präsident, den die USA je hatten. Was ich erlebt habe, interessiert Dich sicher nicht, denn das ist ein kosmisches Fürzchen gegen die Schicksalsschläge, die ein amerikanischer Präsident einstecken muss.

Aber vielleicht interessiert es Dich, dass ich Dich nicht mehr in Grund und Boden verdammen werde, und ich sage Dir auch warum.

Ich glaube nicht mehr, dass Du nur Deine eigenen Interessen und diejenigen der Ölmultis vertrittst. Denn wenn das so wäre, dann gäbe es die Welt schon heute nicht mehr.
Ich glaube auch nicht, dass Du zu doof bist zum Regieren, auch wenn ich das oft in Dein Gesicht hinein interpretiert habe. Ein Doofling als mächtigster Mensch der Erde? Auch hier: Die Welt wäre ein Chaos.

Nein, ich verstehe jetzt, dass man manchmal in einer verantwortungsvollen Position nur die Wahl hat zwischen zwei Übeln. Und man versucht immer, das kleinere Übel zu wählen. Das bedeutet aber, dass fast die Hälfte der Bevölkerung das als das grössere Übel betrachten wird. Die Tatsache, dass ich öfter zu diesem Teil gehört habe, gibt mir nicht das Recht, Dir als Mensch jegliche Existenzberechtigung abzusprechen.

Selbstverständlich bist Du von Gott eingesetzt (von wem denn sonst, wenn Gott das Höchste ist?) Und ich vertraue in Zukunft darauf, dass all Deine Entscheide, egal ob ich sie gut finde oder nicht, zum Besten des Ganzen geschehen.

Ich ziehe meinen Hut vor Dir, lieber George, denn bis ich die Verantwortung für eine ganze Nation übernehmen kann, muss ich noch ein paar Mal wiedergeboren werden ;-)

Therapeut sein, was bedeutet das?

Eigentlich wollte ich das schon lange mal schreiben. Und jetzt, im Lichte dieser Ereignisse (siehe Power-Letter 118 und Power-Letter 119) ist es definitiv an der Zeit:

Viele Menschen sind im Umbruch. Ob das mit dem viel zitierten Wassermann-Zeitalter zusammenhängt oder nicht, keine Ahnung (ich bin selbst auch Wassermann, weiss es aber trotzdem nicht). In diesem Umbruch zieht es viele Menschen aus "normalen" Berufen in einen Helfer-Beruf. Davon habe in der Vergangenheit nicht zuletzt auch ich profitiert.

Viele von denen, die ich in den letzten acht Jahren ausgebildet habe, nehmen diesen Beruf mit grosser Verantwortung wahr. Ja, sie waren vermutlich schon vorher echte Heiler, auch als Schreiner, Giessereimeister, Automechaniker oder Lehrer.

Bei anderen wiederum habe ich manchmal das Gefühl, sie betrachten den Beruf des Therapeuten als ein Spiel, aus dem man jederzeit wieder aussteigen kann, wenn einem die Regeln nicht mehr passen. Aufs Risiko hin, dass ich ein paar Kunden verliere, sage ich jetzt einmal klar und deutlich:

Therapeut sein ist kein Spiel, sondern eine Lebensaufgabe.
Und jeder, der diesen Beruf ausüben will, sollte vorher mit
sich und seinem Leben im Reinen sein.
Ein Therapeut, der glaubt, mit Halbwahrheiten, Lebenslügen
und grossen emotionalen Defiziten leben zu können, täuscht sich.
Er wird sich, bewusst oder unbewusst, das, was ihm fehlt, bei
seinen Klienten holen. Im "besten" Fall (wie im Fall N.) merken
es die Klienten, nämlich dann, wenn es körperlich spürbar ist.
Vielleicht ist es sogar noch schlimmer, wenn es "nur" auf
seelisch-emotionaler Ebene geschieht. Denn dann ist es leider
nicht nachweisbar und hat daher auch keine so verheerenden
Konsequenzen wie wir sie letzte Woche erlebt haben.

Mit Grausen lese ich den Bericht eines Therapeuten, der bei einem von mir auch schon mal kritisierten Trainer die Ausbildung genoss. Meinen Therapeuten werde ich (mit Erlaubnis des Autors) den Bericht in voller Länge zustellen dürfen. Da geschieht es offenbar regelmässig, dass bei "Therapie-Sitzungen" auf den Zimmern (die natürlich bei besagtem Trainer nicht überwacht werden), zwei Menschen "herausfinden", dass sie in einem früheren Leben eine Liebesbeziehung nicht ausleben konnten, und dass sie das jetzt schleunigst nachholen sollten, um aus dem Rad der Wiedergeburt aussteigen zu können. Na servus!

Auf diesen Umstand angesprochen, meinte der Trainer: "Die sind doch erwachsen; die wissen schon, was sie tun." Kein Wunder, dass es Menschen gibt wie den Sektenforscher Hugo Stamm, die dann die halbe Therapeuten-Szene in den Topf des Esoterik-Sumpfs werfen, oder?