Kürzlich traf ich einen Mann, der in den höchsten Tönen von einem Multilevel-Marketing-Business schwärmte. Das sei eine absolut narrensichere Opportunity (ja, man pflegt sich in Englisch auszudrücken), um schnell sehr wohlhabend zu werden. Wollt Ihr mal hören, welcher Dialog sich zwischen uns beiden entspann? (Ich werde die englischen Begriffe für Euch übersetzen):
Ich: Sprichst Du aus Erfahrung?
Er: Ja sicher.
Ich: Das heisst, Du bist sehr wohlhabend?
Er: Nein, noch nicht.
Ich: Woher willst Du das dann wissen?
Er: Ich habe es gesehen bei anderen.
Ich: Hast Du Einblick in deren Buchhaltung?
Er: Nein, aber ich sehe, wie sie leben.
Ich: Das hat man bei Jürgen Höller auch gesehen.
Er: Ich glaube jedenfalls fest daran, dass das geht.
Ich: Dann habe ich eine Bitte. Warte mit dem Verkünden des Glaubens, bis er bei Dir Resultate erzeugt hat.
Ich bin durchaus einverstanden, dass wir nicht alles wissen können. Und Glauben ist daher in vielen Fällen erlaubt. Aber so, wie dieser Mann sich das vorstellt, funktioniert es nicht. Das sind die Schritte, die ich durchlaufe, bevor ich meine Glaubenssätze verkünde:
- Feststellen, dass etwas mit meinen bisherigen Glaubenssätzen nicht funktioniert.
- Einen neuen Glaubenssatz formulieren, von dem ich denke, dass er besser funktioniert.
- Still und heimlich eine Zeitlang mit diesem Glaubenssatz durchs Leben gehen und schauen, ob er in meinem Leben bessere Resultate produziert.
- Den Glaubenssatz anderen mitteilen, damit sie ihn auch ausprobieren können.

2 Kommentare:
Lieber Hans-Peter,
Du hast sehr recht und genau weil Du nur Dinge lehrst, die Su selbst erlebt und geprüft hast, bist Du ein guter Lehrer, wie es sie nur wenige gibt.
Im konkreten Fall kann man es sich noch ein wenig einfacher machen, wenn man möchte:
Geld funktioniert NICHT so, daß man es einfach ohne Risiko, ohne Arbeit und ohne Anstrengung bekommen und nutzen kann. Das beschreibst Du ja auch sehr treffend in deinem Buch "Geld ist schön".
Insofern braucht man über solche Modelle genau so wenig zu sprechen wie über ein Perpetuum Mobile. Wenn einmal klar ist, daß etwas nicht fuktioniert, dann braucht man es auch nicht immer wieder neu zu verargumentieren.
Herzliche Grüße
Stefan
Lieber Stefan,
schön, dass Du den Hans-Peter so lieb hast. Aber könnte es sein, dass Du den kleinen Dialog nicht 2x gelesen hast?! Glaubenssätze heißen nun mal so, weil sie einen Glauben repräsentieren - auch den von anderen Leuten - wenn man ihn denn übernommen hat; ansonsten nennt man es Evangelium. Aber Du hast mich auf eine Idee gebracht: Ab sofort werde ich ganz fest und still für mich glauben, dass man ohne Arbeit mit Leichtigkeit und Freude Geld zum funktionieren bringen kann. Zu gegebener Zeit werde ich dann meine lieben Mitmenschen mit den Erfolgsmeldungen beglücken.
Lieber Hans-Peter,
bitte entschuldige, dass ich Dich hintan setze - es geht ja schließlich um die Kommentierung Deines Beitrages. Ich find's gut, dass Du der Erfahrung mit Glauben das Wort redest. Käme bei den Abonnenten auf Glauben, den Religionen, auch nicht schlecht.
Gruß
Lothar
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