Kürzlich schrieb mir ein mir unbekannter Mann, ob ich eigentlich nie Selbstzweifel hätte. Darauf folgte eine ausführliche Abhandlung, warum er der Ansicht sei, dass ich welche haben sollte.
Wollt Ihr hören, was ich ihm geantwortet habe?
"Doch, ich stelle mein Tun immer wieder in Frage. Und aus diesen Selbstzweifeln sind schon viele gute Entscheide entstanden, die mir neue Türen öffneten. Darauf führe ich einen grossen Anteil meines Erfolgs zurück. Aber das alles geht Sie nichts an! Denn Selbstzweifel heissen deshalb Selbstzweifel, weil man das selbst besorgt. Bräuchte ich Sie dazu, dann hiessen sie Fremdzweifel. Sie können davon ausgehen, dass ich der bessere Kenner meiner Person bin als Sie. Und daher sollten Sie die Zweifel an meiner Person mir überlassen. ich überlasse die Ihrigen auch Ihnen."
Fazit: Ihr könnt vieles delegieren, aber Selbstzweifel sind Chefsache! ;-)
Übrigens haben Psychologen herausgefunden, dass viele erfolgreiche Menschen unter der Angst leiden, als Blender zu gelten. Man nennt das Ganze auch Hochstapler-Neurose. Achtung: Bevor jetzt alle Bank-Manager denken, sie litten unter dieser Neurose: Nur wer unberechtigterweise Angst hat, nicht gut genug zu sein, leidet unter der Hochstapler-Neurose. Wer berechtigterweise Angst hat, IST ein Hochstapler.
Donnerstag, 27. November 2008
Lass' nicht an Dir zweifeln... tue es selbst!
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2 Kommentare:
Lieber Hans-Peter,
wie so oft, ein wunderbarer Artikel. Vor allem spiegelt er eine Einschätzung wieder, die ich versuche, meinen Patienten tagtäglich zugänglich zu machen. Wir alle leben in Wirklichkeiten, die wir uns selbst erschaffen. Was die Realität ist, weiss doch keiner von uns. Und wenn jener Herr in seiner Wirklichkeit lebt und meint, dass jemand anderes gefälligst Selbstzweifel zu haben muss, ist das doch, wie Du trefflich konterst, ein putziges Missverständnis. Wenn er sich dafür entscheidet, dass er in seiner selbstentwertenden Wirklichkeit weiterleben möchte, dann soll er dass gerne tun.
Dein Fazit hat bei mir mal wieder einen herzlichen Lachanfall bewirkt. Danke für Deine Artikel, die mir ein steter Quell der Erheiterung und ab und an auch der Möglichkeit zur kritischen Selbstreflektion sind.
Liebe Grüße,
Marco
Lieber Hans-Peter, lieber Doc Ramadani,
da möchte Euch beiden von Herzen zustimmen. Ich erlebe das seit Jahren bei mir selbst, dass diese Selbstzweifel ein häufiger Begleiter meiner Person und meiner Arbeit sind.
Aber gerade dadurch entwickle ich mich ständig weiter, verbessere meine Bühnenprogramme, lege mir auch bessere Technik zu und schnüre so ein ständig sich verbesserndes Gesamtpaket.
Natürlich achte ich dabei immer darauf, dass auch die Zufriedenheit mit dem Erreichten ihren Platz hat. Samt Belohnungen in Form von einem Restaurantbesuch nach einer Premiere, oder einem Tag mit Schwimmen und Sauna. Denn letztlich kommt es sicher auf die Ausgewogenheit der beiden Pole Selbstzweifel und Zufriedenheit an.
In diesem Sinne: Selbstzweifel sind der Motor für Entwicklung und Verbesserung.
Ich wünsche allen Lesern und Besuchern hier im Blog einen sonnigen und humorvollen Tag.
Mit herzlichem Gruß
Stefan Schlenker
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