"Schade", sagen viele Menschen, die meinen Power-Letter vermutlich als "zu angriffig" und den Musikantenstadl als "das Paradies auf Erden" betiteln würden, "man hätte den Mann lebendig häuten sollen." Einige werden sich sogar heimlich Gedanken darüber machen, ob wir die Todesstrafe nicht etwas zu leichtfertig abgeschafft haben.
Dabei lebte doch Priklopil lediglich das aus, was der Musikantenstadl und andere dümmliche Schlager-Sendungen uns täglich vorsingen:
Schon der Gedanke, dass ich dich einmal verlieren könnt,Ist es nicht erstaunlich, dass diese Menschen ungestraft weiter singen dürfen? Sollte es uns nicht zu denken geben, dass Millionen von Männern und Frauen sich mit solchem literarischen und musikalischen Müll noch den kleinen Rest ihres Hirns wegwaschen lassen? Nein, bitte! Keine Diskussion darüber, dass bei volksdümmlichen Schlagerfans kein bisschen emotionale geschweige denn kognitive Intelligenz vorhanden ist. Es verlangt schon genug Toleranz von mir, dass ich mir nicht auch noch Gedanken darüber mache, ob wir die Todesstrafe nicht leichtfertig abgeschafft haben ;-)
dass dich ein andrer Mann einmal sein eigen nennt...
(Die Flippers)
Du bist alles, was ich habe auf der Welt,
Du bist alles, was ich will.
Du, nur du allein kannst mich verstehn.
Du, du darfst nie mehr von mir gehn.
Wo ich auch bin, was ich auch tu,
ich hab' ein Ziel, und dieses Ziel bist du, bist du, bist du...
(Peter Maffay)

3 Kommentare:
Als Kind habe ich diese Art von Musik oft hören (müssen) und da ich damals noch in den Religionsunterricht ging hat mir diese riesige Kluft zwischen "Nur Du allein..." bzw. dem katholischen "Wir sitzen alle in einem Boot..." (was ja auch ähnlich weltfremd ist) und der erlebten Wirklichkeit schon sehr zu denken gegeben. Ausserdem steht der Text von Peter Mafay im direkten Widerspruch zum ersten Gebot (Ich bin der Herr, Dein Gott...) und sollte vom Papst geahndet werden. :-) Zu Natascha Kampusch: Ich wünsche Ihr ein paar echte Freunde.
Kürzlich schrieb mir ein Leser, er fühle sich durch diesen Artikel persönlich angegriffen. Wer denn etwas gegen fröhliche Lieder haben könne, das Leben sei doch so schon ernst genug.
Dazu gibt es einiges zu sagen:
1. Ich habe mich nicht gegen fröhliche, sondern gegen dümmliche Lieder ausgesprochen.
2. Die Reaktion untermauert meine Hypothese, dass Volksmusik-Fans zu blöd sind, Satire zu erkennen.
3. "Das Leben ist so schon ernst genug" ist erstens ein Glaubenssatz, der nicht für alle Menschen zutrifft, und zweitens zeigt er, dass gewisse Volksmusik-Fans ihre Musik als Flucht verstehen. Aber selbst da fallen sie durch Intelligenzminderung auf, denn wenn man schon flieht, sollte man irgendwo hin fliehen, wo es schöner ist ;-)
der kolege oliver kalkhofe hätte seine freude am text, könnte er doch aus seiner feder stammen...
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